Zeitdilatation

Im PR-Kosmos gehört zum Übergang in überlichtschnelles Reisen fast immer eine Mindestgeschwindigkeit von 0,5 c  oder mehr. Je mehr desto besser.  Dummerweise ist das auch der Bereich wo die Zeitdilatation anfangt im allgemeinen Leben deutlich zu werden. Mit 0,5 c beträgt der Lorenz-Faktor bereits 1,15. Das heist jede Minute im Schiff sind auch 9 Sekunden die die Uhren nachgehen. Bei 0,66 c sind das dann schon knapp über 20 Sekunden und bei 0,87 c – was bei PR ja fast schon standardmäßig vorkommt – vergehen für jede Minute, die das Schiff so (unbeschleunigt) fliegt zwei Minuten beim unbewegten Beobachter. Was bei den unglaublichen  0,9999999999339 c, die die RAS TSCHUBAI angeblich erreichen soll, passiert mag man sich nicht vorstellen. Da vergehen mehrere Monate pro Minute und eine Stunde sind sicher mehr als 10 Jahre.

Für jede Art von Kommunikation fängt das Problem schon viel früher an. Uhren, wie sie in der Technik genutzt werden gehen schon bei ein paar tausend km/h auseinander, Datenraten müssen schon unterhalb 0,01 c deutlich gesenkt werden, darüber umso mehr. Bei höheren Geschwindigkeiten hilft da dann auch der Umweg über Hyperfunk nicht mehr weiter, da sich die gleichen Probleme beim bewegten Empfänger ergeben.

Langer Rede Sinn, jeder Raumfahrer ist es gewohnt dass er nach der Heimkehr seine Uhr um Tage, Monate oder Jahre vorstellen muss, und sich enorm viel in der Heimat getan hat – nicht nur die Zeitung ist dann von Gestern, auch die gerade noch neuesten Hits sind bereits abgedudelt oder Oldies (oder in den meisten Fällen einfach vergessen).  Alle damit zusammenhängenden Effekte, deren philosophische Bewertung und Bezugssysteme sind für Terraner seit dem späten 20. Jahrhundert allgegenwärtig und praktisches Wissen. 2-3000 Jahre später hat sich da garnix geändert. Räder sind rund und Weltraumreisen verstellen die Uhren.