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Jetzt muss ich doch mal mit einem Lob anfangen. Da fliegt ein Fernraumschiff ungefähr 2,5 Millionen Lichtjahre und hält dann tatsächlich in einem halbwegs vernünftigen Abstand von 5000 Lj vorher nochmal an. Endlich mal nicht aus ein paar Lichtminuten oder so ran. Das ist ja schon fast vernünftig. Also mal ignorierend, dass so eine Galaxie keine richtige Grenze hat. Auch eine ‘Klein’-Galaxie nicht. Ein Zentrum, Ja, damit kann man rechnen, mit dem Rand nicht wirklich.
Das das mit der Abrieglung Andromedas arg billig ist hab ich ja schonmal gesagt, also brauchen wir es auch nicht weiter vertiefen.
(S.12) Was ich nicht so ganz verstehe ist, warum anhand von generischen astronomischen Daten rumgeraten wird, wohin man fliegen sollte, wenn schon einige zehntausende Funksprüche aufgefangen wurden. Ich mein, solle man da nicht einfach mal orten wo die herkommen? Ich würde die Wahrscheinlichkeit da Bewohner zu finden als gut einschätzen. Oder? Und siehe da, sogar die Protagonisten sehen ein dass der Einschub an Faktenhuberei sinnlos und überflüssig war. (S.13)
Ned falsch verstehen, was folgt ist eine durch und durch gut geschriebene Geschichte mit wenigen Macken – z.B. den Satelitenaufnahmen und der Signallaufzeit. Die Anmerkungen sind zwar im Prinzip richtig, aber halt doch schon sehr dünn. Auch sind das Daten die normalerweise nicht so schnell kombiniert werden.
Und auch die Betonung des Eisenmangels ist etwas übertrieben. Klar, es kann schon sein, dass auf dem besiedelten Kontinent nur wenig Eisenvorkommen sind. Ganz ohne geht es aber nicht. Und es sind ja offensichtlich genug für Gitter und Ringe in der Wand (S.44/45) – und diese auch wertlos genug, als dass man sie beim Abzug zurücklässt. So schlimm kann es also mit dem Eisenmangel nicht sein. Und schon garnicht so schlimm als dass nicht bekannt ist was mit Stahl machbar ist (.28)
Und dann gleich ein Großtauchboot
Und dann waren noch die ‘Jet-Helikopter’. Sowas ist zwar vorstellbar, und der Wunschtraum vieler Militärs, in der Realität aber enttäuschend. Das Problem ist das das Rotorblatt seine Geschwindigkeit aus der Drehung zu der Vorwärtsgeschwindigkeit addiert – diese aber, damit er noch fliegen kann, muss unter der Schallgeschwindigkeit bleiben. Diese unterscheidet sich auf Bahnlamur auch nicht wirklich von der Erde, da in Gasen sie nur von Zusammensetzung und Temperatur abhängig ist (Druck spielt nur in Flüssigkeiten eine Rolle). Für beides kann man annehmen, dass es weitgehend erdähnlich ist – zumindest bewegen sich alle Expeditionsteilnehmer ohne Probleme und zusätzliche Schutzmaßnahmen. Als Resultat kann so eine Konstruktion nicht viel schneller als ca. 3-400 km/h erreichen – besonders wenn mit 3 Rotoren. Nicht wirklich schnell. Mit der gleichen Antriebsleistung kann ein Flächenflieger 8-900 km/h erreichen.
Überhaupt sind 3 Rotoren – auch bei den Beobachtungsdrohnen, eine schlechte Konfiguration, die viele Nachteile in Steuerbarkeit mitbringen.
Hab ich die Tauchtiefe mit 2500 Metern schon erwähnt (S.28)? Nochmal erwähnt auf Seite 38 als ‘sehr tief’, und das ist es auch. Wenn wir für Bahnlamur 1g Oberflächenbeschleunigung annehmen, so sind 2500m eine mehr als nur extreme Tiefe. Das ist entspricht einem Druck von 250 bar. Da ist es selbst mit den festesten Materialien die man sich vorstellen kann nicht mehr möglich einen Körper, mit Inhalt unter Normaldruck, zu bauen der nicht Kugelförmig ist. Auch wenn Boote wie die russische Loscharik langestreckt aussehen, das ist nur die Außenverkleidung, intern ist es eine Serie von Kugeln, fast wie die Pentaspährenraumer der Thoogondu. Und jede Art von Schleuse/Öffnung ist ein enormes Problem. Nicht wirklich das woraus man einen U-Träge macht.
Fazit: Nicht problemlos, aber erfreulich wenig zu meckern an diesem Roman.
Inhalt:Â –
Harte Technikfehler:Â –
Harte Unschönheiten: Eisenvorkommen
Standardfehler:Â Physik der Luft.
Kleine Technikprobleme:Â –
Handlungsschwächen: –
Prognose: gut